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Naschen in Schottland

Von Olivia Wood | 7. September 2016

Mein Sommerurlaub führte mich und meine Familie dieses Jahr nach Schottland. Viel eher: Im Sommer machten wir einen Urlaub in Schottland, dem nur verfärbte Blätter fehlten, um sich wie Herbstferien anzufühlen.
Wir haben an windigen Stränden gefroren und in den immer feuchten Wäldern erfolgreich Pilze gesucht, uns durch den Nebel an einspurigen Strassen durch die Highlands gehangelt und düstere Lochs bewundert. Es war grandios – aber wirklich nicht sommerlich.

Laut unseren schottischen Freunden, bei denen wir zu Besuch waren, war es eine wetter-technisch recht heitere Zeit, also mit Regen UND Sonne.
Ein Vorteil des kühlen Wetters: man lässt sich gerne von Apple Cake und Tee, von Fish and Chips mit Malzessig, von Stemginger-Shortbread und ein klein wenig Whiskey aufwärmen.

Natürlich habe ich bei jeder Gelegenheit genascht. Ich hatte schon viel über schottisches Gebäck gelesen und auch einiges gebacken, trotzdem hat mich die Vielfalt des heimischen Angebots überrascht.
In den Regalen stapeln sich Potatoe Scones, Pikelets, Crumpets, Tea Cake, Fruit Cake, allerlei Biscuits – und sehr viele Chips, ganze Gänge davon. Die Schotten lieben ihr traditionelles Gebäck. Ich habe wenig Croissant gesehen, nur einige Muffins, keine Pastel de Nata. Ich habe mich über Afternoon Tea gefreut, über Oat-Cakes mit Cheddar Cheese – und vor allem über Stemginger Shortbread.

Unsere Freundin hatte uns bei unserer spätnächtlichen Ankunft eine ganze Packung als Betthupferl mitgegeben – die Nacht hat sie nicht überstanden. In der folgenden Woche habe ich wirklich vieles probiert, aber dieses Shortbread habe ich mit Freude mehrfach nachgekauft und auch mit nach hause genommen.

Darum folgt hier ein wunderbares Rezept für Stemginger Shortbread, das leicht nach zu backen ist.

Stemginger Shortbread

  • 300 g Mehl
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 2 Teelöffel gemahlenen Ingwer
  • 230 g weiche Butter
  • 130 g feinen weissen Zucker
  • 1 Teelöffel Vanilleextrakt / 1 Päckchen Bourbon Vanille Zucker
  • 150 g kandierten oder in Sirup eingelegten Ingwer, mittelfein gehackt

Zunächst ein paar Hinweise: es lohnt sich gute Butter zu nehmen, da man sie in diesem Rezept tatsächlich gut wahrnehmen kann.
Falls man keinen Vanilleextrakt hat, empfehle ich ein Bourbon Vanille Zucker. Beim Abwiegen des Zuckers leere ich den Vanillezucker zuerst in die Schüssel und fülle dann mit dem regulären Zucker auf die korrekte Gram Zahl auf.
Wenn man in Sirup eingelegten Ingwer nimmt, sollte der Ingwer gut abgetropft und abgetupft sein, damit man keine zusätzliche Feuchtigkeit in den Teig einbringt.

Vorgehensweise

In einer großen Schüssel das Mehl mit dem Salz und dem gemahlenen Ingwer mit dem Schneebesen vermengen und zur Seite stellen.
Die Butter mit dem Zucker etwa zwei Minuten lang mit dem Handrührgerät auf höchster Stufe schlagen, danach die Vanille einrühren.
Mit wenigen Zügen die Mehlmischung unterheben und den gehackten Ingwer vorsichtig und gleichmäßig hinzufügen.
Den Teig in zwei Teilen zu Blöcken formen, die etwa 18 cm lang, 8 cm breit und 4cm hoch sein sollten. In Wachspapier oder Folie einschlagen und für mindestens 3 Stunden und längstens 3 Tage in den Kühlschrank stellen. An dieser Stelle bietet es sich auch an, den Teig einzufrieren (für bis zu 2 Monate), dann sollte man den Teig allerdings schon am Tag vor dem Backen in den Kühlschrank tun, damit er auftauen kann.

Den Ofen auf 165 Grad vorheizen, dann mit einem sehr scharfen Messer den Teig in 5-7 mm dünne Scheiben schneiden. Das Shortbread mit einem Abstand von etwa 5 cm auf dem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und etwa 20 Minuten backen. Wenn die Ränder einen leichten Anflug von Bräunung zeigen, sind sie fertig. Gut abkühlen, bevor man sie versucht zu bewegen!