No-Knead Rosinenbrot

No-Knead Rosinenbrot

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Rosinenbrot, aber anders

By Olivia Wood | 4. June 2016

Ich liebe Rosinen. Ich bin ein Hippie-Kind, quasi meine erste Süßigkeit war “Mandeln mit Rosinen”. Man muss sie ins richtige Verhältnis zueinander setzen, mit einem Schwung in den Mund kippen und lange kauen, irgendwann entfaltet sich ein luxuriöser Geschmack.

Das klingt alles nicht so nett wie ich es meine. Immer noch liebe ich Rosinen und Mandeln, obschon ich längst kein Hippie-Kind mehr bin. Ich liebe Butter-Tarts mit Rosinen, Cowboy Cookies mit Rosinen, Porridge mit Rosinen und natürlich Rosinenbrot.

Rosinenbrot ist vielfältig, wird pur zum Kaffee, mit Butter, getoastet, oder mit Schinken zu Beerdigungen gegessen. Meist haftet dem Rosinenbrot ein leichter Muff an, es erinnert an Oma und Sonntagsfrühstück, an die leichte, flattrige Plastiktüte vom Supermarkt in der das Brot verpackt war. Heute, jedoch, reden wir über ein ganz, ganz anderes Brot – es geht um No-Knead-Rosinenbrot.

No-Knead-Bread ist ein knetfreies Brot, das mit wenig Hefe, viel Wasser und viel Zeit im Alleingang Gluten entwickelt. Eigentlich eine uralte römische Methode, wurde sie immer mal wieder neu entdeckt, zuletzt von Jim Lahey von der New Yorker Sullivan Street Bakery. Er schrieb dazu ein Buch, das er mit dem Titel”My Bread” bedachte. Es steht bei mir im Regal, und es wird auch benutzt. Allerdings blickt Jim aus amerikanischer Sicht auf Europa, backt Artisan Bread (“Kunsthandwerkliches” Brot), das Möhrensaft, Fenchelsamen und Anderes enthält. Ich bin aber auf der Suche nach Schlichtem und Ursprünglichem.

Dieses Rezept ist vereinfacht. Es ergibt ein sehr leckeres Rosinenbrot, das man mühelos zum Sonntagsfrühstück fertig bekommt und dann nicht mehr abräumen muss.
Das ist auch besser so. Bei meinem ersten Test wollte ich wie immer wissen, wie sich das Gebäck an Tag zwei verhält – Ergebnis: suboptimal. Was am ersten Tag knusprig ist, ist am nächsten Tag hart, was zunächst saftig ist, wird schlicht und einfach dicht. Da hilft nur toasten, was dann im Ergebnis trotz aller Kritik echt lecker ist.

No-Knead-Rosinenbrot

  • 375 g Haushaltsmehl
  • 1/2 Teelöffel Trockenhefe
  • 1 1/2 Teelöffel Salz
  • 2 Esslöffel Zucker
  • 1 Esslöffel Zimt
  • 160 g Rosinen
  • 188 g Milch
  • 188 g Wasser

Zuallererst die Rosinen mit kochendem Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Die trockenen Zutaten in einer grossen Schüssel vermengen, die Milch in eine kleinere Schüssel abmessen.

Die Rosinen abgiessen, dabei das Wasser auffangen. Dieses Wasser auf 188 g auffüllen und zu der Milch geben.

Mit einem Holzlöffel die nassen und trockenen Zutaten vermischen. Abdecken und 12-15 Stunden gehen lassen – in dieser Zeit wird sich das Volumen verdoppeln, der Teig wird blasig sein und leicht alkoholisch riechen.

Jetzt eine Auflaufform mit Deckel, einen Topf, oder eine Kastenform mit Deckel zum Vorheizen (220 Grad) in den Ofen stellen.

Den Teig am Rand dick mit Mehl bestreuen. Das vorgeheizte Gefäß bereitstellen. Mit einem Teigschaber am Rand der Schüssel entlang nach unten streichen, um den Teig zu lösen – das Mehl wird folgen und den Teig von der Schüssel trennen. Zügig und vorsichtig in das vorgeheizte und großzügig bemehlte Gefäß schaben und mit dem Deckel in den Ofen schieben. Nach etwa 30 Minuten den Deckel abnehmen und noch 10 Minuten bräunen.
Auf das Brot klopfen – ein hohler Klang zeigt an, dass es gar ist.

Das Brot nach dem Rausnehmen etwa 10 Minuten ruhen lassen, dann aus der Form kippen und komplett abkühlen lassen. Spitzt die Ohren: das Brot zischt und knistert beim Abkühlen zufrieden vor sich hin.