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Edmonds Ginger Crunch

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Edmonds Ginger Crunch

Von Olivia Wood | 3. Januar 2016

Heute backe ich Ginger Crunch, das neuseeländischste Gebäck, das ich finden konnte. Zwei bekannte Rezepte habe ich ausgewählt, einmal den Klassiker aus dem bekanntesten traditionellen Kochbuch Neuseelands, dem Edmonds Cookery Book, und einmal eine Vollkorn-Variante, auch berühmt, aus dem 1977 gegründeten Vollwert-Cafe The Wholemeal Café in Takaka bei Nelson. Hier trifft die Backphilosophie der Großmütter-Generation auf die der Mutter – mal sehen wer die Nase vorn hat.

Wir fangen mit Edmonds Ginger Crunch an: Edmonds war und ist ein neuseeländischer Backpulverhersteller, der 1908 zum ersten mal ein Kochbuch mit dem Titel „The Sure To Rise Cookery Book“ („Das geht-sicher-auf Kochbuch“) publizierte. Zu diesem Zeitpunkt gab es praktisch kein anderes Neuseeländisches Kochbuch, und das Buch wurde bis in die 1970er hinein mehr oder weniger gleich neu aufgelegt. Generationen von Hausfrauen wurden von diesem Buch geprägt.

Edmonds Ginger Crunch

Für den Teig:
125 g Butter, weich
1/2 Tasse Zucker
1 1/2 Tasse Mehl
1 TL Backpulver
1 TL gemahlenen Ingwer

Für den Guss:
75 g Butter
3/4 Tasse Puderzucker
2 EL „Golden Syrup“
3 TL gemahlenen Ingwer

Für den Teig die Butter und den Zucker zusammen schlagen, bis die Masse hell und luftig wird.
Mehl, Backpulver und den gemahlenen Ingwer erst gründlich vermengen, dann hinzufügen.
Die Masse auf eine bemehlte Arbeitsfläche kippen und durchkneten.
Dann den Teig in eine 20×30 cm große eckige Form gleichmäßig verteilen und andrücken.
Bei 190 Grad 20-25 Minuten backen, bis der Boden leicht gebräunt ist.
Etwa 5 Minuten vor Ende der Backzeit wird der Guss vorbereitet. Dazu die Butter mit dem Puderzucker, dem Golden Syrup und dem gemahlenen Ingwer in einem kleinen Topf unter Rühren schmelzen.
Den Guss heiß über den Boden verteilen. Unbedingt vor dem Erkalten in Stücke schneiden, da es sonst schwierig wird.

Zu den Zutaten
Ihr werdet vielleicht schon eine Zutat bemerkt haben: Golden Syrup. Man bekommt ihn in Großstädten in Edelsupermärkten oder Spezialitäten-Geschäften, oder auch im Internet – er ist also nicht unbedingt einfach zu finden. Obwohl man den Sirup auch durch Honig oder Rübenkraut ersetzen kann, ist das Ergebnis anders. Golden Syrup ist ein Invert Zucker Sirup, der bei der Herstellung von Zucker aus Zucker-Rohr oder Zucker-Rübe entsteht. Er ist etwas fester und wachsiger als Honig, schmeckt ein bisschen wie Karamell und hat einen leicht salzigen Beigeschmack, der, da der Sirup salzfrei ist, vollkommen unerklärlich bleibt. Kurz: er ist ein Zuckersirup mit Eigengeschmack, und absolut köstlich. Wenn man ihn bekommt, lohnt er sich sehr. Wenn nicht, würde ich Honig nehmen.

Mein Fazit
Mich hat Edmonds Ginger Crunch nicht überzeugt. Der Boden war trotz zarter Behandlung zäh, das Icing entschieden zu mächtig und süß. Die Icing-Konsistenz war nicht schlecht, und der Ingwer glimmte wärmend hindurch. Trotzdem: solches Gebäck vertrage ich nur in sehr kleiner Dosis. Ob ich es meiner Hippie-Kindheit mit makrobiotischer, vegetarischer, zuckerreduzierter Ernährung verdanke, dass mir purer Zucker einfach wenig Spaß macht?…
In der Hoffnung, dass die Hippies aus dem „Wholemeal Café“ etwas Besseres daraus gemacht haben, backe ich demnächst Takaka Oaty Ginger Crunch.

Olivia