Katie’s Blue Cat
Anzacs Kekse

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Begin at the beginning 2: Neuseeland

Von Olivia Wood | 3. Dezember 2015

Jeder hat viele Anfänge.

Heute geht es um einen der Anfänge, die Katies Blue Cat zum guten, englisch-geprägten Gebäck brachten: Um mein Geburtsland Neuseeland.

Meine Zeit dort war nicht von fester Nahrung geprägt, eher von Muttermilch und Babybrei. Ich konnte kaum laufen, da verließen meine Eltern und ich schon wieder Neuseeland und gingen zurück nach Hause, nach Kanada. Trotzdem, ich war ein „Kiwi“, und das war für mich immer wichtig – ich hatte mehr als eine Heimat.
Aus der Perspektive der Bäckerin, die ich geworden bin, beschäftigt mich natürlich die Frage: könnte es sein, dass ich in meiner fernen ersten Heimat etwas verpasst habe, als ich weder Zähne hatte noch Zucker zu mir nehmen durfte?

Was ist typisch?

Bei meiner Recherche bin ich auf viele typische Rezepte gestoßen. Sie haben zum Teil schöne Namen, wie Ginger-Gems, Gingernuts und Ginger-Kisses, oder kryptische Namen wie Anzacs (die wir schon kennen und lieben) und Pikelets. Etwas gewöhnlicher klingen dagegen Ginger-Biscuits, Ginger-Crunch, die beliebten Slices, also „Schnitten“, mit Caramel, Coconut, Custard, Chocolate oder Fudge Füllungen, Saussage-Rolls, oder Ham-and-Egg Pie.
Es folgen Fruitcake-Variationen, endlose Muffins, Cookies, Brownies, klassische englische Obst- und Beeren Rezepte mit diversen exotischen Zutaten sowie klassisch englische Backwaren wie Scones, Mince-Pies oder Shortbread. Natürlich gibt es auch die berühmten Klassiker des großen Nachbarn Australien: Lamingtons und Pavlova.

Wenn ich aber die australischen, britischen und nordamerikanischen Rezepte weglasse, zudem noch alle, die mit „Convienience-Items“ arbeiten – Wackelpeter, Fertigsaucen, Cornflakes und Ähnliches – komme ich der Antwort langsam näher: Auffällig ist die neuseeländische Liebe zum Ingwer und auch zum Slice. Nach einiger Recherche wird klar: Wer ein Ginger-Slice sucht, findet den oben genannten Ginger-Crunch. Perfekt.
Ich bin, wie zahlreiche Funde belegen, wirklich auf ein neuseeländisches Original gestoßen!

Ginger Crunch

Es gibt davon zwei Versionen: eine mit Haferflocken (eher zäh mit Biß) und eine ohne (eher Knusprig). Die Haferflocken-Version gefällt mir spontan, da ich aber feststelle, dass David Lebovitz, von dem ich viel halte, für seinen Blog die konservative Version getestet hat, kann ich diese nicht außen vor lassen.

Ganz ehrlich, unvoreingenommen bin ich nicht. Ich war nach dem Abi im Land der langen weissen Wolke. Ich wollte sehen, wo ich herkomme, und was einen Kiwi ausmacht. Mir ist damals aufgefallen, daß das einheimische Gebäck eher süß und fettig war. Klassisch neuseeländisches Essen schien eher deftig und schlicht, ohne Reiz, Frische oder Raffinesse. Notgedrungene Essenspausen in Cafés und Restaurants, vor allem außerhalb der Städte, waren eher unerfreulich.
Aber das muss für meine momentane Suche nichts bedeuten. Zum einen ist mein Besuch eine Weile her und zum anderen fehlte mir damals die Backliebe, die sich erst in mit 30 zeigte. Fazit: Ich lasse mich auf den Ginger-Crunch ein!
Beim nächsten mal werde ich Bericht erstatten.